Besuch an der Hochschule Bremen 👩‍🎓👨‍🎓

Am 12.02.20 waren wir an der Hochschule Bremen, wo wir einen Vormittag lang Einblicke in den „Internationalen Studiengang Technische und Angewandte Biologie“ (ISTAB) erhielten. Wir durften im Labor verschiedene Wassertiere untersuchen, erhielten im Hörsaal Infos über den Studiengang und besuchten, wie das Student*innen so machen, im Anschluss daran die Mensa.

Im Hörsaal 📚

Während die eine Klasse im Labor war bekam die andere, im Hörsaal, Infos über den Studiengang. Anhand einer Power Point Präsentation zeigte uns Mara, eine ehemalige Studentin des ISTAB, die Inhalte und Schwerpunkte des Studiengangs und erklärte uns welche Möglichkeiten sich im Rahmen des Studiums ergeben, auf Exkursionen, während Praktikas und Auslandsaufenthalten sein Wissen zu vertiefen. Außerdem sahen wir uns einen Science Slam zum Thema Hornmilben (https://www.youtube.com/watch?v=7CpWdVILuxk) an, der nochmal deutlich machte, dass Wissenschaft mehr sein kann als im Labor zu sitzen und wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben.

Im Labor 🔬

Nachdem uns Mitarbeiter*innen des Labors die Sicherheitsvorschriften erklärt hatten und wir alle mit weißen Kitteln ausgestattet waren, wurden wir in Gruppen verschiedenen Stationen zugelost. An jeder Station gab warteten in Ethanol eingelegte Wassertiere darauf von uns untersucht zu werden. Einige der Tiere, wie z.B. die Seemaus oder die Wollhandkrabbe hatten wir noch nie gesehen. Der Stichling und die Libellenlarve kannten wir aber z.B. schon von unseren Feldtagen. Manche von uns trauten sich die toten Tiere mit den Fingern aus den Gläsern zu holen und unters Mikroskop zu legen, andere machten das lieber mit einer Pinzette. Wie schauten uns die Tiere ganz genau an und beantworteten Fragen zur Fortbewegung, Atmung, Körperform und zu Schutzmechanismen. neben den Tieren, die wir untersuchten, zeigten uns die Mitarbeiter des ISTAB auch einen Hai, sowie zahlreiche andere Tiere aus der Sammlung.

Fazit

Der Tag an der Hochschule hat uns gut gefallen, besonders die Arbeit im Labor war total interessant, mit den ganzen toten Tieren manchmal aber auch ein bisschen ekelig. Es war gut, dass wir vor Ort Einblick in das Studium bekommen konnten, denn was man als Student am ISTAB so macht, konnten wir uns bis dahin nicht wirklich vorstellen.

Feldtag 4: E-Befischung 🐟

Wie funktioniert das Elektrofischen?

Bei der E-Befischung wird elektrischer Strom zum Fang von Fischen eingesetzt. In unserem Fall war der Kescher der Pluspol und das Boot der Minuspol. Die Fische werden bei dieser Methode leicht betäubt und können dann aus dem Wasser gekeschert, vermessen und untersucht werden. Danach werden sie wieder ins Wasser gesetzt und können unverletzt weiter schwimmen. In Deutschland darf diese Fangmethode nur zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt und von Personen durchgeführt werden, die einen entsprechenden Schein besitzen.

Was braucht man fürs Elektrofischen?

  • Man braucht einen Rucksack mit zusätzlichen Batterien oder ein Boot auf dem Strom drauf ist
  • Außerdem braucht man einen Kescher, zwei Paddel oder im Allgemeinen ein Mittel um das Boot vorwärts zu bringen
  • Die Batterie die entweder in einem Rucksack oder auf dem Boot ist sollte 12 Volt haben
  • Die Person die mit dem Kescher das Elektrofischen betreibt, sollte eine Sonnenbrille mit einem Filter, der die Spiegelung des Wassers verringert, tragen
  • Gummistiefel und Gummihandschuhe für Elektriker ist ein Muss für jeden der auf dem Boot ist

Wo haben wir die Elektrobefischung durchgeführt?

Wir, die Klassen 9.1 und 9.2 der GSO haben an unserem 4. Feldtag den Bultenfleet in Osterholz-Tenever befischt. Jede Klasse untersuchte dabei einen Abschnitt der ca. 200 Meter lang war (siehe Karte). Nachdem wir vorab festgestellt hatten, dass die Wasserqualität in dem Gewässer eher schlecht ausfällt und der Sauerstoffgehalt ziemlich niedrig ist, gingen wir davon aus, keine oder nur wenige kleine Fische zu fangen. Mit einer großen Ausbeute hat niemand gerechnet.

Ergebnisse der E-Befischung Klasse 9.1

Wider erwartend haben wir im ersten Abschnitt des Fleets 47 Fische gefangen. Insgesamt waren es 5 verschiedene Arten: 12 Hechte, 28 Schleien, 2 Rotaugen, 4 Flussbarsche und 1 Moderlieschen. Außerdem haben wir am Rand, im Aushub des Fleets, zahlreiche Entenmuscheln gefunden. Die stehen unter Naturschutz und sind z.B. für die Fortpflanzung des Bitterlings von großer Bedeutung.

Alles in allem war die E-Befischung ein tolles Erlebnis, das uns viel Spaß gemacht hat. Wir hatten die Möglichkeit im Boot mitzufahren und die Fische anzufassen. Das auch in einem städtischen Gewässer in der Nähe der Autobahn so viele verschiedene Fische leben hätten wir nicht gedacht👍!!!

Ergebnisse der E-Befischung Klasse 9.2

Auch im zweiten Abschnitt wurde unsere Vermutung nur wenige Fische zu fangen wiederlegt. Wir haben insgesamt 49 Fische gefangen, 6 verschiedene Arten. Davon sind 13 Raubfische: 12 Hechte und 1 Flussbarsch. Außerdem haben wir 12 Güster, 8 Rotaugen 14 Schleien gefangen und eine tote Brasse. Zudem haben wir am Rand des Fleets Sumpfdeckelschnecken, Erbsenmuscheln, Gemeine Teichmuscheln und Posthornschnecken gefunden.

Auch wir fanden die E-Befischung super. Besonders toll war es im Boot mitfahren und paddeln zu können. Es war interessant zu sehen wie viele Fische im Fleet leben, obwohl der ziemlich dreckig und zugemüllt war. Das wir selber die Fische aus den Eimern holen und vermessen durften war besonders toll und hat den meisten von uns viel Spaß gemacht 👌!!!

Feldtag 3: Naturschutzgebiet 🦆

An Tag 3, dem 04. September 2019, sind wir wieder mit dem Fahrrad, aber diesmal weniger chaotisch, ins Naturschutzgebiet „Borgfelder Wümmewiesen“ gefahren und haben dort die Teich 3 & 4 untersucht. Die beiden Gewässer liegen abseits der Wege auf Flächen, die hauptsächlich durch die landwirtschaftliche Nutzung der umliegenden Wiesen beeinflusst werden. Allerdings ist die landwirtschaftliche Nutzung extensiv. Zum Beispiel darf keine Gülle gefahren werden. Außerdem liegen die beiden Teiche im Überschwemmungsgebiet der Wümme.

Gewässerstruktur 💦

Teich 3 ist im Uferbereich dicht mit Schilf und Rohrkolben bewachsen. Wir fanden, dass sie wie kleine Dönerspieße aussehen. Das Wasser ist leicht getrübt und die Wasseroberfläche wird aufgrund fehlender Bäume kaum beschattet. Am Rand ist das Wasser eher flach, in der Mitte wird es tiefer. Außer Algen und wenigen Schwimmblattpflanzen konnten wir keine anderen Pflanzen entdecken.

Teich 4 weist ähnliche strukturelle Merkmale auf wie Teich 3. Zu dem dichten Uferbewuchs gesellen sich hier aber auch zahlreiche Wasserpflanzen und Schwimmblattpflanzen.

Gewässerchemie 🧪

Der ph-Wert lag an beiden Teichen im neutralen Bereich und auch der Härtegrad war bei beiden etwa gleich hoch, 7-8 °dH. Bei allen anderen Teichen lag der Härtegrad allerdings immer nur bei ca. 5 °dH.

Unterschiede gab es wieder beim Sauerstoffgehalt und der Leitfähigkeit. An Teich 3 betrug der Sauerstoffgehalt 99 %, in Teich 4 waren es nur 30 %. Die Leitfähigkeit betrug 610 µs/cm in Teich 3 und 350 µs/cm an Teich 4.

Die Temperatur war in beiden Teichen mit ca. 17 °C ähnlich. Die Ergebnisse der Nährstoff-Tests vielen überraschend unspektakulär aus, obwohl die Wiesen landwirtschaftlich genutzt werden.

Makrozoobenthos 🐚

Wie wir das schon erwartet hatten, fanden wir hier im NSG ziemlich viele Tierarten: Kleinlibellenlarve, Rückenschwimmer, Wasserläufer, Egel, Eintagsfliegen,Köcherfliegen, Wassermilben, Stabwanzen, Büschelmücken, Kolbenwasserkäfer, Großlibellen und Schnecken.

Unsere Highlights waren (obwohl sie nicht wirklich zu Makrozoobenthos gehören) ein Steinbeißer (der Fisch auf dem Foto), eine Wollhandkrabbe, die leider tot war, und ein Reh, das wir während unserer Kescheraktion im Schilf aufscheuchten.

Fazit

In den Teichen im NSG haben wir die meisten Tierarten gefunden und zum Teil einige, mit denen wir gar nicht gerechnet haben. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Teiche regelmäßig überschwemmt werden und vom Menschen nicht gestört werden.

Neben den ganzen Dingen, die wir am Teich erlebt haben, haben wir hier auch noch einiges über die Wümme und die unterschiedlichen Deiche gelernt. Außerdem haben wir über den Klimawandel diskutiert.

Feldtag 2: Park 🌳

An Tag 2, dem 29.08.2019, sind wir mit dem Fahrrad nach Oberneuland in den Park Höpkensruh gefahren und haben dort, mit leichter Verspätung, die Teiche 7 und 8 untersucht. Die beiden relativ großen Gewässer sind, wie die Karte zeigt, von Bäumen umgeben und liegen außerhalb von Siedlungen.

Gewässerstruktur 💦

Teich 8 wirkte auf den ersten Blick sehr naturnah. Direkt aufgefallen ist uns der dichte Bewuchs am Ufer und die viele Wasserpflanzen. Am Boden lag viel Schlamm, in der Mitte des Teichs gab es kleine Inseln und die Wasseroberfläche war durch die Pflanzen stark beschattet.

Teich 7 wirkte auch naturnah, war aber eindeutig künstlich befestigt. Der Teich war etwas offener und weniger dicht bewachsen. Das Wasser war verhältnismäßig klar und im Gegensatz zu Teich 7 fanden wir hier nicht nur viele Wasserpflanzen, sondern auch viele verschieden Pflanzenarten.

Gewässerchemie 🧪

Bei beiden Teichen waren die Untersuchungsergebnisse eher unspektakulär. Das einzig auffällige war der Sauerstoffgehalt, der sich deutlich voneinander unterschied. In Teich 8 waren es 34 % in Teich 7 waren es 90 %. Außerdem unterschied sich die Leitfähigkeit um ca. 30 µs/cm. Die Nitritwerte lagen deutlich unter den Werten die wir in den Stadt-Teichen gemessen haben. Ansonsten gab es keine Auffälligkeiten. Da das Messgerät kaputt war, konnte der ph-Wert an diesen Teichen nicht gemessen werden.

Makrozoobenthos 🐚

In den Teichen 7 und 8 haben wir ziemlich viele Tierarten gefunden, darunter waren auch einige, die wir bis jetzt noch nicht gesehen hatten: Wasserasseln, Ruderwanzen, Zwergrückenschwimmer, Schlund- und Fischegel, Eintagsfliegen, Federkiemenschnecken, Wassermilben, Käfer und Kleinlibellen.

Die große Artenvielfalt lässt sich vermutlich damit erklären, dass die Teiche in Teilen naturbelassen sind und so unterschiedliche Nischen für verschiedenste Arten bieten.

Fazit

Im Vergleich zu den Teichen 9 & 11 waren diese beiden Gewässer wesentlich naturnaher und sauberer, was auch die große Anzahl an Makrozoobenthos zeigt, die wir hier gefunden haben. Vielleicht lag das aber auch an der Größe der Teiche. Außerdem hat es die ganze Nacht geregnet, was die Messergebnisse natürlich auch beeinflusst.

Feldtag 1: Stadt 🏭

Am ersten Tag, am 22.08.2019, waren wir in einem Siedlungsgebiet in Bremen-Tenever an den Teichen 9 und 11. Wie Ihr auf der Karte sehen könnt liegen beide Teiche mitten im Siedlungsgebiet, in unmittelbarer Nähe zu Häusern, Straßen und unserer Schule.


Gewässerstruktur 💦

Teich 9 sah auf den ersten Blick und im Vergleich zu Teich 11 sehr schön und relativ natürlich aus. Das Wasser war nur leicht getrübt und das Ufer mit Bäumen und Pflanzen bewachsen. Auch Wasserpflanzen waren vielfach vorhanden. Trotzdem roch der Teich ziemlich modrig und hatte einen künstlichen Zulauf.

Teich 11 war total dreckig und überall lag Müll. Im Teich lagen sogar alte Autoreifen. Zwar war der Uferbereich dicht bewachsen aber im Wasser fanden wir fast gar keine Pflanzen. Auch dieser Teich hatte einen künstlichen Zulauf. Ob wir hier überhaupt irgendwelche Tiere finden würden?

Gewässerchemie 🧪

Auf die Ergebnisse der Gewässerchemie waren wir besonders gespannt, da vor allem Teich 11 total verdreckt wirkte. Überraschender Weise gab es nur 2 Parameter, die im Vergleich stark voneinander abwichen.

In Teich 9 lag der Sauerstoffgehalt bei 72 % in Teich 11 nur bei 21 %, was ziemlich wenig ist. Auch die Temperaturen waren unterschiedlich. Das Wasser in Teich 9 hatte eine Temperatur von durchschnittlich 20 °C, in Teich 11 waren es nur 16,9 °C. Der Temperaturunterschied kann z.B. durch die Beschattung der Bäume erklärt werden.

In Teich 11 wurde zudem eine Nitritkonzentration von teilweise 0,1 mg/l gemessen. Viel höher dürfte die Konzentration langfristig nicht sein, da Nitrit für viele Tierarten giftig ist. Die anderen Parameter waren aber relativ unauffällig.

Makrozoobenthos 🐚

An Teich 9 fanden wir ziemlich viele verschiedene Tierarten, vor allem im Vergleich zu Teich 11. Unser Fang: Schnecken, Käfer, Wasserasseln, Wanzen, Libellen, Strudelwürmer und Eintagsfliegenlarven.

An Teich 11 war die Ausbeute nicht besonders groß. Wir haben sehr wenige Tiere gekeschert und hauptsächlich Generalisten, also Arten die sehr anpassungsfähig und anspruchslos sind: Zweiflüglerlarven (Zuckmückenlarven), Wenigborster, Wassermilben und eine Wanze.

Fotos von den verschiedenen Arten zu machen ist übrigens nicht so einfach, deshalb gibt es nicht von jeder Art, die wir hier aufzählen, eine Aufnahme!

Fazit

Besonders auffällig war der viele Müll und die Autoreifen an Teich 11. Obwohl der Teich so dreckig war haben wir ein paar Wasserinsekten gekeschert, was uns schon überrascht hat und zeigt wie gut sich die Tiere an bestimmt Lebensräume anpassen können.

Teich 9 war wesentlich sauberer und natürlicher, vielleicht weil er etwas außerhalb liegt. Das wir dort viele verschiedene Tierarten gefunden haben hat uns nicht sonderlich überrascht, obwohl es natürlich cool war die ganzen Tiere mal zu sehen.

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